Jugendförderverein oder Jugendspielgemeinschaft

Jugendförderverein oder Jugendspielgemeinschaft

Immer öfter sind in den Nachwuchsligen Teams oder Vereine unterwegs, deren Name mit JFV oder JSG beginnen. Aber wofür stehen diese Kürzel? Wir klären auf!

Zuerst klären wir einmal die Begriffe:

  • JFV = Jugendförderverein
  • JSG = Jugendspielgemeinschaft

Wie die Namen erkennen lassen, sind beides 2 Möglichkeiten, um im Nachwuchsfussball Lösungen für 2 Probleme zu bieten: Spielfähigkeit und leistungsgerechte Entwicklung. Was unterscheidet einen Jugendförderverein von einer Jugendspielgemeinschaft?
Die Ziele zur Gründung eines Jugendfördervereins oder einer Jugendspielgemeinschaft sind meist ähnlich: Den Nachwuchskicker:innen eine sportliche Perspektive bieten und gute Ausbildungsbedingungen schaffen.

Im Falle einer Jugendspielgemeinschaft geht es dabei in der Regel um die regionale Bindung.

Beispiel: In einer ländliche Region sind im Umkreis von 15km 3 Vereine aktiv. Alle 3 Vereine können im Kleinfeldbereich Mannschaften für den sportlichen Wettkampf melden. Um aber ab der C-Jugend dann diese Spieler:innen auch auf dem Großfeld auszubilden, hat jeder der 3 Vereine zu wenig Aktive in der Altersklasse. Die Lösung kann dann eine Jugendspielgemeinschaft sein, in der alle 3 Vereine ihre Spieler:innen der jeweiligen Jahrgänge zusammenführen und so dem Nachwuchs eine sportliche Perspektive vor Ort bieten. Die Nachwuchskicker:innen können weiter mit ihren Freunden ihrem Hobby Fußball nachgehen, bleiben dem Sport und dem Heimatverein treu und können dann später in den Erwachsenen-Teams wieder für die Heimatfarben auflaufen.

Ein Jugendförderverein legt, wie das ?fördern? im Namen schon erkennen lässt, den Fokus eher auf eine leistungsgerechte sportliche Entwicklung der Spieler:innen. Das heisst in der Regel, das die talentiertesten Spieler:innen der Region zusammen trainieren und auch höherklassig Spielen sollen. Der Jugendförderverein soll meist Talente entwickeln, ohne diese a) an ein Nachwuchsleistungszentrum zu verlieren oder aber b) für einen späteren Wechsel dorthin vorbereiten oder aber c) die Talente zu fördern, die nicht an ein NLZ wollen oder sollen, aber trotzdem sehr gute Fussballer:innen sind.
Auch hier bündeln dann die interessierten Vereine einer Region ihre Kräfte. Jeder Verein gibt seine talentiertesten Spieler:innen ab einer bestimmten Altersklasse an den Jugendförderverein ab. So bilden sich Trainingsgruppe auf höherem Niveau und auch die Qualifikation für höhere Ligen auf Landesebene oder darüber hinaus sind möglich. So messen sich die Besten einer Region mit den Besten des Landes, ohne den Bezug zum Heimatverein zu verlieren oder aus dem heimatlichen Umfeld genommen zu werden.

Rechtlich ist der Unterschied zwischen einem Jugendförderverein und einer Jugendspielgemeinschaft größer.
Der Jugendförderverein ist ein eigenständiger Verein, der von mind. 2 Vereinen gegründet wird und in der Regel den Bezug zur Region im Namen trägt (z.B. JFV Lübeck oder JFV Eichsfeld). Natürlich zieht die rechtliche Selbstständigkeit auch alle Aufgaben und Pflichten eines Vereins nach sich, vom eigenen Vorstand bis zu allen anderen vereinsrechtlichen Dingen wie Kassenprüfung und Mitgliederversammlung.

Die Jugendspielgemeinschaft ist kein neuer Verein, sondern ein Zusammenschluss auf Zeit. Eine solche Spielgemeinschaft muss bei den Kreis- oder Landesverbänden beantragt werden und wird jährlich oder alle 2 Jahre neu genehmigt.

Welche Vorteile hat ein Jugendförderverein?

Wie oben beschrieben, geht es in der Regel um die bestmögliche fussballerische Ausbildung junger Talente in der Region. In einem Jugendförderverein kommen diese aus den verschiedenen Vereinen zusammen und bilden dort entsprechend starke Trainingsgruppen und Mannschaften. Diese Mannschaften eines JFV spielen meist höherklassig, bis in die Oberligen oder Regionalligen.
Die Fussballer:innen können sich so a) im Training gegenseitig stark fordern und b) sich im Wettspielbetrieb mit den stärksten Vereinen und auch den Nachwuchsleistungszentren der Profivereine messen. So können die Nachwuchsspieler:innen auf hohem Niveau für die Erwachsenenmannschaften, die bereits in höheren Klassen spielen, in ihren Heimatvereinen ausgebildet werden.

Wie gründet man eine Jugendförderverein oder eine Jugendspielgemeinschaft?

Die Gründung einer Jugendspielgemeinschaft geht nur zusammen mit mindestens einem anderen Verein im näheren Umkreis. Am Anfang steht also das Gespräch. Sollte kein anderer Verein in der Nähe die Notwendigkeit sehen, eine gemeinsame Spielgemeinschaft oder einen gemeinsamen Förderverein zu gründen, scheitert das Projekt bereits an dieser Stelle.

Sind die Gespräche jedoch soweit, das bereits gemeinsame Ziele definiert wurden, dann lohnt sich in jedem Fall ein Gespräch mit den Vertretern des Kreis- oder Landesverbandes. Hier kann in allen organisatorischen, rechtlichen und sportlichen Fragen geholfen werden.

Was benötigt man für die Gründung?

Hauptsächlich ein Team, das die gleichen Ziele teilt und sich darauf konzentriert.
In der Praxis scheitern insbesondere Spielgemeinschaften oft an eigentlich banalen Fragen wie welcher Vereinsname im Namen der neuen SG vorne steht, wer der Cheftrainer wird, welche Farbe die Trikots haben werden (eher die von Verein A oder von Verein B, neutrale Farben gehen gar nicht?) oder auf welchem der Sportplätze mehr gespielt wird.

Wenn dagegen an erster Stelle die Vorteile bei allen Verantwortlichen stehen, die ein Jugendförderverein oder eine Jugendspielgemeinschaft den beteiligten Vereinen bringen kann, dann findet sich auch ein gemeinsamer Weg um alle anderen Fragen zu klären.

Tipp: Um die Organisation des Jugendförderverein oder der Jugendspielgemeinschaft von Anfang an einfach und transparent zu halten, empfehlen wir eine moderne digitale Vereinsverwaltung statt Papier oder Excel-Listen. Das macht es allen Verantwortlichen und Trainern einfacher, angefangen von der Platzbelegung über das Fahrzeugmanagement bis zur Trainingsplanung und Trainingsnachbereitung.

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