Der Cooper Test im Fußball

Der Cooper Test im Fußball

Der Cooper-Test ist seit vielen Jahren ein anerkannter, standardisierter Test zur Messung der allgemeinen Ausdauer. Er wird in Schulen oder auch bei Einstellungstest angewandt.

Auch im Leistungssport hat der Cooper-Test zur Messung der Grundlagenausdauer eine große Bedeutung, obwohl er in einigen Sportarten teilweise von anderen Tests, die näher an den jeweiligen Anforderungen des Sports liegen, abgelöst wird.

Wie wird der Cooper-Test durchgeführt?

Grundsätzlich wird der Cooper-Test auf einer 400m langen, ebenen und ovalen Bahn durchgeführt. Ein Leichtathletikstadion ist also ideal. Die Teilnehmer versuchen, in 12 Minuten eine so große Distanz zu laufen, wie es ihnen möglich ist. Sollte zum Ende des Test keine ganze Runde mehr geschafft worden sein, werden die noch zurückgelegten Meter der Runde geschätzt bzw. genau gemessen.
Die gelaufenen Meter ergeben dann die entsprechende Note bzw. die Punktzahl für den Test. Je mehr Meter ein Testteilnehmer läuft, umso besser seine Note.

Was benötigt man für einen Cooper-Test?

  • Uhr / Stoppuhr zur Messung der 12 Minuten Laufzeit
  • 400m-Rundenbahn möglichst im Leichtathletikstadion
  • TestteilnehmerInnen sollten körperlich gesund sein (insbesondere keine Atemwegserkrankungen, Fieber ect.)
  • TestteilnehmerInnen versuchen maximal viele Runden & Meter zu laufen

Was sagt der Cooper-Test über die Leistung aus?

Da der Cooper-Test, wie oben ausgeführt, ein Ausdauerlauf bzw. Ausdauertest ist, erhält man Aufschluss darüber, welche Strecke ein(e) Sportler/in in einem definierten Zeitraum laufen kann. Um viele Runden und Meter im Cooper-Test zu schaffen, muss der/die Sportler/in also in einem hohen, gleichmäßigen Tempo je Kilometer laufen. Das Tempo, auch Pace genannt, wird in Minuten je Kilometer (min/km) angegeben. Weiterhin kann man mit dem Cooper-Test die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) berechnen. Als Trainer:in erhält man also einen grundlegenden Blick auf den Fitnesszustand des Sportlers/ der Sportlerin.

Formel zur Berechnung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) beim Cooper-Test

Um die maximale Sauerstoffaufnahme zu berechnen, verwendet man folgende Formel: (Distanz in Metern-504,9):44,73

Ist ein männlicher Sportler in 12 Minuten die Distanz von 3000 Metern gelaufen, dann lautet die Berechnung: VO2max = (3000-504,9):44,73 = 55,8 ml O2/min (Milliliter Sauerstoff pro Minute).

Wie bei allen Faustformel, sind die Ergebnisse auch hier nur Richtwerte. Die maximale Sauerstoffaufnahme ist immer individuell und wird im Leistungssport für jeden Sportler und jede Sportlerin ganz individuell ermittelt.

Faktor Motivation in der Ergebnisbewertung

Um in Tests, so auch im Cooper-Test, Ergebnisse zu ermitteln, die den tatsächlichen Leistungsstand der Sportler/innen wiedergeben, ist die Motivation eine zu berücksichtigende Größe, denn sie kann die Testergebnisse verfälschen.

Im Profisport gehen wir davon aus, daß SportlerInnen alle gestellten Aufgaben mit einem Maximum an Einsatz absolvieren. Ein Cooper-Test ist, wie oben beschrieben, im Grunde ein Ausdauerlauf über 12 Minuten, der oft monoton in Runden zu absolvieren ist.

Trainer wissen, daß genau dies den wenigsten SportlerInnen, egal ob im Kinder- Jugend- oder Erwachsenenbereich, Freudentränen in die Augen treibt. Insbesondere im Schulsport oder auch im Amateurfußball wird er von den SportlerInnen erledigt, weil er gemacht werden muss. Ob dabei aber tatsächlich an die Leistungsgrenzen gegangen wird, bleibt zu bezweifeln. Nochmal zur Erinnerung: Der Cooper-Test zielt darauf ab, die maximal zu erzielende Laufdistanz der TeilnehmerInnen zu ermitteln. Dazu müssen diese aber über die 12 Minuten Testzeit möglichst an ihrem Limit laufen.

Der Einsatz von Pulsuhren zur Messung der maximalen Herzfrequenz kann hier etwas mehr Klarheit bringen um die erzielten Ergebnisse eventuell etwas besser einzuordnen.

Der Cooper-Test für Fußballer

Der Cooper-Test wird auch im Fußball noch angewendet, insbesondere im Amateurbereich, denn die Anforderungen an das benötigte Equipment sind gering. Eine Stadionbahn, eine Uhr und das war es schon.

Wie beschrieben, sind die Informationen über die Ausdauer oder den allgemeinen Fitnesszustand durchaus aussagekräftig. Wer wenige Meter in 12 Minuten schafft, ist untrainiert bzw. schlecht trainiert, schleppt eventuell ein paar Kilo zu viel Körpergewicht mit.

Aber: der Cooper-Test ist ein Ausdauertest. FußballerInnen benötigen diese AUCH, aber ein Fußballspiel ist kein Ausdauerlauf.

Nicht nur im Profifußball oder im im oberen Leistungsbereich, auch im Amateurfußball trabt oder joggt wohl kaum noch ein Sportler/ eine Sportlerin in gleichmäßigem Tempo und in gleichförmigen Bahnen über den Platz. Im Spiel wechseln sich Sprints über kurze oder mittlere Distanzen inklusive schnellen Richtungswechseln mit Phasen der Erholung ab, in denen tatsächlich nur über den Platz getrabt oder gegangen wird. Diese Wechsel sind eher charakteristisch für das Hochintensive Intervalltraining (HIIT), weshalb auch gerade im modernen Fußball auf diese Trainingsform vermehrt zurückgegriffen wird.

Im professionellen Fußball wird deshalb entweder auf Cooper-Tests verzichtet und/oder in der Leistungsdiagnostik auf zusätzliche Test zurückgegriffen, die all die fußballspezifischen Anforderungen wie Antrittsschnelligkeit, Sprintfähigkeit und Wendigkeit messen. Fußballspezifisch ist z.B. die Messung Antrittsschnelligkeit, der Sprintfähigkeit und auch der Sprintausdauer.

Typische Tests für die Antrittsschnelligkeit sind hier die Messung der 5, 10, 20 oder auch 30 Meter-Zeiten, für genaue und aussagekräftige Ergebnisse mit Lichtschrankenmessanlage. Diese Sprintdistanzen sind fußballtypisch, insbesondere die 5 Meter Sprintzeit ist ein guter Indikator für die Antrittsschnelligkeit, die 30-Meter-Distanz gibt Auskunft über das Beschleuningungsvermögen.

Um die Sprintausdauer zu testen, bietet sich unter anderem der Shuttle-Run-Test an. Hier müssen die TestteilnehmerInnen zwischen 2 Linien, die 20 Meter Abstand haben, pendeln. Durch die kurze Distanz und die häufigen Richtungswechsel alle 20 Meter (Agilität) ist mehr Nähe zum Fußball gegeben.

Auch interessant ist der Hoff-Test, der einen Parcours benötigt, in dem die SportlerInnen aber mit dem Ball agieren. Hier kommen die Faktoren Geschwindigkeit, Beweglichkeit, Ausdauer, Sprintfähigkeit und Konzentration zusammen.


Fazit

Der Cooper-Test kann als Test herangezogen werden. Auskunft über die für einen Fußballer/ eine Fußballerin wichtigen Leistungsdaten liefert er aber weniger bis gar nicht. Im Leistungs- und Profifußball wird er daher weniger genutzt, hier wird auf andere Testverfahren zurückgegriffen, die die fußballspezifischen Anforderungen besser abbilden.

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